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Gesendet
21.08.2010, 12:40
Von
Peter Müller
Peter Müller
» pmi peter mueller informationsmanagement

Was ist Private Equity (Venture Capital)? Teil 1

1. Charakteristika von Venture Capital

Private Equity ist der Sammelbegriff für den Markt für verschiedene Arten von Eigenkapital-Beteiligungen an in der Regel nicht börsennotierten Unternehmen. Typischerweise handelt es sich dabei um Mehrheitsbeteiligungen oder um Minderheitsbeteiligungen mit umfassenden Mitsprache- und Steuerungsrechten. Darüber hinaus fallen auch stille Beteiligungen oder Mischformen (sog. „Mezzanine-Kapital“) unter diese Anlageklasse.

Für das Verständnis von Venture Capital ist es essenziell wichtig, die Art der Entstehung von Erträgen zu verstehen, da diese einen entscheidenden Einfluss auf das Wesen einer solchen Investition hat.

Fast allen Venture-Capital-Investitionen liegt das Ziel zugrunde, eine direkte Unternehmensbeteiligung zu erwerben und diese nach einer gewissen Haltedauer zu einem höheren als dem Einstandspreis wieder zu veräußern.

Im Gegensatz zu Fremdkapital, das für eine laufende Zinszahlung zur Verfügung gestellt wird, erhält der Investor während der Laufzeit der Beteiligung keine Rückflüsse.

Die Gewinne der Portfoliounternehmen werden in der Regel zur Wachstumsfinanzierung eingesetzt, wenn im Verkaufsprospekt kein anderweitiger Verwendungszweck definiert ist.

Somit entsteht bei einer Venture-Capital-Beteiligung ein Gewinn für den Investor normaler Weise erst bei dem Verkauf der Beteiligung.

Um einen über dem Einstandspreis liegenden Verkaufspreis zu rechtfertigen, muss das Unternehmen eine Wertsteigerung erfahren. Deshalb werden während der Haltedauer vom Finanzinvestor gemeinsam mit dem Management des Portfoliounternehmens entsprechende Maßnahmen durchgeführt.

Diese können z. B. aus einer Reduktion von Kosten, Straffung eines eveerntuell vorhandenen Beteiligungsportfolios, dem Erschließen neuer Kundengruppen, der Weiterentwicklung vorhandener Produkte oder Dienstleistungen oder dem Zukauf weiterer Unternehmen mit Synergiepotenzialen bestehen.

Dabei stellen die Investoren häufig ihre eigene Managementexpertise, z. B. aus früheren Beteiligungen in derselben Branche und ihr Kontaktnetzwerk zur Verfügung. Die intensive Betreuung der Portfoliounternehmen soll zu überdurchschnittlichen Wachstumsraten bei Umsätzen und Gewinnen führen (was z. B. auch zur Schaffung neuer Arbeitsplätze dient).
Das Ziel der Venture-Capital-Investoren ist es dabei, das Unternehmen für den manchmal bereits vor dem Eingehen der Investition eingegrenzten potenziellen Käuferkreis zu einem attraktiven Übernahmekandidaten zu machen.

Der positive Einfluss von Venture-Capital-Investoren wird durch aktuelle Studien (z.B. Suhl, Weber „Der Einfluss von Private-Equity-Gesellschaften auf die Portfoliounternehmen und die deutsche Wirtschaft“, herausgegeben von der Prince Waterhouse Cooper AG) bestätigt und führt in seiner wirtschaftlichen Gesamtwirkung die mancherorts immer noch geführte „Heuschreckendiskussion“ ad absurdum.

Auch ist die Zustimmung der Manager der Portfoliogesellschaften hinsichtlich der Zusammenarbeit mit dem Finanzinvestor bis heute kontinuierlich angestiegen.

Die Insolvenz der ehemaligen Siemens-Handysparte, zeigt zudem, dass auch industrielle Investoren nicht immer zu einem Erhalt von Arbeitsplätzen gewillt und in der Lage sind.
(Artikel wird fortgesetzt)

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